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Tourismusverband

Barrierefreiheit - ''Reisen für Alle''

Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, hat nicht nur im Alltag Probleme. Im Urlaub, in ungewohnter Umgebung, ist es mitunter noch viel schwerer, sich zurechtzufinden als zu Hause. Damit Menschen, deren Bewegungsfähigkeit und -radius begrenzt ist, dennoch reisen können wie andere auch, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den barrierefreien Tourismus.

Im Dezember 2011 fiel der Startschuss für das Förderprojekt "Entwicklung und Vermarktung barrierefreier Angebote und Dienstleistungen im Sinne eines Tourismus für Alle in Deutschland". Ergebnis der folgenden dreijährigen Zusammenarbeit vom Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. und dem Verein Tourismus für Alle Deutschland e. V. - NatKo ist die Entwicklung von branchenübergreifenden Qualitätsstandards und die des deutschlandweit einheitlichen, geprüften Kennzeichnungssystems "Reisen für Alle" für touristische Angebote - abgestimmt mit zahlreichen Betroffenenverbänden sowie touristischen Akteuren.  Es soll der Sensibilisierung und Qualifizierung von Leistungsträgern der Tourismusbranche dienen und ihnen helfen, sich besser auf die stark wachsende Gruppe von Gästen einzustellen, die in Aktivität und Mobilität eingeschränkt sind. Von barrierefreien Angeboten profitieren eine Vielzahl von Menschen: Menschen mit Behinderung, Senioren und nicht zuletzt Familien mit Kinderwagen und Gepäck. Für 10% der Bevölkerung Deutschlands ist Barrierefreiheit unverzichtbar, für 30% hilfreich, aber für 100% komfortabel!

"Unser Ziel ist es, dass sich auch Menschen mit einer Behinderung unkompliziert und vor allem verlässlich informieren und sorgenfrei in den Urlaub fahren können", sagt Iris Gleicke, Tourismusbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Geschäftsführerin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Es gebe zwar bereits eine Reihe guter Beispiele und Initiativen in verschiedenen Regionen, doch barrierefreie Tourismusangebote seien in Deutschland noch lange nicht flächendeckend zu finden.
Das Nachfolgeprojekt "Einführung des Kennzeichnungssystems 'Reisen für Alle' im Sinne eines Tourismus für Alle in Deutschland" (2014-2017) hat das Ziel das Kennzeichnungssystem "Reisen für Alle" bundesweit einzuführen und zu einer webbasierten Erfassung- und Auswertungsdatenbank weiterzuentwickeln. Darüber sollen Reisende verlässliche Informationen über touristische Anbieter entlang der gesamten Servicekette abrufen und für ihre Reiseentscheidung nutzen können.

Die Tourismuswirtschaft hat allen Grund, sich dieser neuen Art des Reisens zu öffnen. So leben in Deutschland schon heute mehr als 10 Millionen Menschen mit einer Behinderung. Aufgrund des demografischen Wandels werden es in absehbarer Zeit noch wesentlich mehr sein. Sowohl in Deutschland und Europa weist das Segment "Barrierefreier Tourismus" große ökonomische Potenziale auf. Mehr Informationen und Kennzahlen hierzu sind in der von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen  Studie der NeumannConsult nachzulesen.
Iris Gleicke: "Mit dem Projekt 'Reisen für Alle' werden wir die Tourismuswirtschaft besser auf die nationalen und internationalen Gäste mit Behinderungen vorbereiten. Zugleich unterstützen bundesweit einheitliche Qualitätskriterien und verlässliche Kennzeichen das Tourismusmarketing im In- und Ausland."

Hier finden Sie ausführliche Informationen

Symbol Beschreibung Größe
ITB 2015-Tag des barrierefreien Tourismus;DSFT+NatKo.pdf
1.3 MB
Studie der EU-Kommission untersucht barrierefreien Tourismus,IHK Magdeburg.pdf
47 KB

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