Tourismusverband

Romanikpreis in Gold für den Förderkreis Klosterbauhütte Merseburg e. V.

Zur 25. Romanikpreisverleihung begrüßte der Tourismusverband Sachsen-Anhalt e. V. (LTV), Ausrichter der Festveranstaltung und Koordinator der Straße der Romanik, 130 Gäste am 5. September 2020 im Naumburger Dom, UNESCO-Weltkulturerbe, dem Wirkungsort des Goldmedaillenpreisträgers des Vorjahres, Roland Thrän.

Zum 25. Mal hat die Jury grübeln müssen, welche Beiträge mit der Verleihung des Romanikpreises für besonderes Engagement zur Steigerung der Bekanntheit der Straße der Romanik gewürdigt werden. Aufgrund der besonderen Situation hat sie dies erstmalig digital getan.
Aus insgesamt 18 Vorschlägen wurden die Preisträger ausgewählt.


Mit dem Romanikpreis in Gold wurde der Förderkreis Klosterbauhütte Merseburg e. V. für sein ehrenamtliches Engagement rund um das Petrikloster in Merseburg ausgezeichnet.

Es handelt sich bei St. Petri mit seiner über 1200-jährigen Geschichte um eines der ältesten und größten romanischen Gebäude der Stadt an der Saale. Mit dem Auszug des Heimatmuseums 1960 endete zwischenzeitlich die kulturelle Nutzung des Klosters. Dies änderte sich erst mit der Gründung des Förderkreises Klosterbauhütte Merseburg e. V.
Der Verein bindet das Kloster wieder in das öffentliche Leben der Stadt und der Region ein, erhält die historisch überaus wertvolle Bausubstanz und macht diese zugänglich.
Der Förderkreis Klosterbauhütte hat es sich zum Ziel gesetzt, das Petrikloster nicht nur wiederzubeleben, sondern es dauerhaft als Ort kulturellen und künstlerischen Schaffens zu erhalten.
Aufgrund seiner Projekte und vielen Vorhaben ist der Verein eine feste Größe in der Kulturlandschaft der Stadt Merseburg mit überregionaler Ausstrahlung. Die positive Resonanz der Merseburger Bürger*innen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie der Medien spiegelt die Bedeutung des Klosters eindrücklich wider und offenbart den Bedarf an einer Nutzung.

Eine Silbermedaille erhielt der Gelebtes Mittelalter e. V. Er wurde 2009 gegründet und begeistert seit vielen Jahren die Besucher*innen u. a. am Romanikort Burg Falkenstein. Vereinsziel ist, historisches Brauchtum zu erahlten, zu vermitteln und Wissen zu erwerben.
Seine ca. 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, darunter viele Kinder und Jugendliche, setzen sich intensiv mit der Zeit des Mittelalters auseinander.
Zusammengefasst überzeugte die Jury die altersübergreifende Befassung mit dem Thema Mittelalter, wobei die Beschäftigung mit Kindern und Jugendlichen durch die fantasievolle Umsetzung und Vermittlung von historischen Inhalten im Vordergrund stand.
Den Preis nahmen Aron Steinki, Vorsitzender des Förderkreises, sowie Joachim Schymalla, Museumsdirektor der Burg Falkenstein, entgegen.

Die zweite Silbermedaille nahm stellvertretend Anja Koch für den Fotoclub Magdeburg 07 entgegen. Der Fotoclub hat vor allem in den letzten fünf Jahren erheblich dazu beitragen, die Straße der Romanik zu beleben, indem er durch herausragende, ehremamtlich angefertigte, professionell gestaltete Fotos Impulse gesetzt hat, die STraße der Romanik in der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Die Mitglieder des Fotoclubs haben seit 2014 alle Bauwerke der Tourismusroute zum Teil mehrfach aufgesucht und fotografiert. Im Ergebnis konnten mehrere Ausstellungen gestaltet und organisiert werden, darunter je zwei in den Landesvertretungen Sachsen-Anhalt in Berlin und Brüssel.

Mit dem dritten Romanikpreis in Silber wurde Reinhard Schmitt für sein ehrenamtliches Forschungsrepertoire und die umfangreichen Veröffentlichungen zu bau- und kunstgeschichtlichen Themen im mitteldeutschen Raum ausgezeichnet. Seit 40 Jahren stellt er seine Arbeit in den Dienst einer vertiefenden Kenntnis der Bewahrung, Dokumentation und Vermittlung mittelalterlicher Kulturschätze des Landes Sachsen-Anhalt.
Die Aufzählung seiner andauernden Schaffenszeit würde hier den Rahmen sprengen, stellvertretend seien die Burgen Allstedt, Querfurt, die Neuenburg, die Kloster- und Stiftsbauten von Jerichow, Memleben, Schulpforte, die Konradsburg, die Huysburg sowie die Dome in Halberstadt, Havelberg, Merseburg und Zeitz genannt.
Über 450 Veröffentlichungen zu bau- und kunstgeschichtlichen Themen liegen von Reinhard Schmitt vor. Ebenfalls für die Methodik und Wissensvermittlung von Forschungsarbeiten zur Romanik hat er Grundlegendes geleistet, so dass auch interessierten Laien eine verständliche Vermittlung mit u. a. Dauerausstellungen und im Rahmen zahlreicher Vorträge ermöglicht wird.


Der Sonderpreis des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung 2020 wurde durch Minister Prof. Dr. Armin Willingmann an die Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH (QTM) für das Projekt "Kloster St. Marien - ein Museum macht Geschichte erlebbar" überreicht, die durch eine gelungene Symbiose aus privatem, ehrenamtlichem und kommunalem Engagement eine hervorragende Arbeit mit dem Verein Klosterkirche auf dem Münzenberg e. V. leistet.
Das Museum gehört zu einem der ungewöhnlichsten Orte an der Straße der Romanik. Im Jahr 986 mit Gründung des Benediktinerinnenklosters errichtet, bestand sie bis 1536 und wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten zu profanen Zwecken genutzt und mit zwölf Wohnhäusern über- und umbaut. Ab 1994 wurden auf private Initiative des Ehepaars Behrens die wesentlichen erhaltenen Teile der Klostekirche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Ziel des Vereins, der bereits 2003 von Bewohner*innen und Förderern des Münzenberges gegründet wurde, ist es, das Museum innerhalb von regelmäßigen Öffnungszeiten und im Rahmen von öffentlichen Stadt- und Nachwächterführungen den Bürger*innen und Besucher*innen von Quedlinburg zugänglich zu machen, was seit vielen Jahren ohne städtische Zuschüsse oder andere öffentliche Mittel, sondern durch Mitgliedsbeiträge und Spenden weitgehend gelungen ist.


Die Laudatio auf die Preisträger des Romanikpreises hielt Lars-Jörn Zimmer, MdL und LTV-Vorsitzender. Begrüßt wurden die Gäste der 25. Preisverleihung durch Roland Thrän, Romanikpreis in Gold 2018. Ein Grußwort richtete Götz Ulrich, Landrat des Burgenlandkreises, an die Festgemeinde. An die Gründung der Straße der Romanik erinnerte Dr. Horst Rehberger, Minister a. D. und Mitbegründer der Tourismusroute. Die Worte zur Stiftung des Romanikpreises sprach Dr. Marcus Faber, MdB und stellv. Vorsitzender des FDP Landesverbandes Sachsen-Anhalt.

Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung mit mittelalterlichen Klängen durch das montalbâne Ensemble.

© Ilka Keffel E-Mail

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