Tourismusverband

Thietmars Flussreise mit Gold geehrt

Am 21. Mai 2022 begrüßte Tourismusverband Sachsen-Anhalt e. V., Ausrichter der Festveranstaltung und Koordinator der Straße der Romanik, 130 Gäste auf der Huysburg zur 27. Romanikpreisverleihung.

Die „Straße der Romanik“ lebt vom ehrenamtlichen Engagement und es gibt zahlreiche Aktivitäten, die den Veranstaltungskalender bunt und reichhaltig gemacht haben.
Wie immer fiel der Jury die Entscheidung nicht leicht, aus den eingereichten Bewerbungen die Preisträger zu ermitteln.

Den Romanikpreis 2021 in Gold erhielt der Verein zur Förderung der Hansekultur in der Hansestadt Halle an der Saale e. V. für sein Projekt „Von Dom zu Dom - Thietmars Flussreise“.
Von 2015 bis 2021 wurde „Von Dom zu Dom - Thietmars Flussreise“ jährlich im Juli als einwöchiger Veranstaltungszyklus durchgeführt, mit dem das Wirken des Merseburger Bischofs und Chronisten Thietmar (975-1018) sowie der von ihm eingeleitete Bau des Kaiserdoms gewürdigt wurde. Entlang der Flüsse Saale und Elbe setzten die Organisatoren unter der Leitung des Hallensers Thomas Kirchhoff die Idee einer historisch rekonstruierten Schiffsreise zwischen den beiden Domstädten Magdeburg und Merseburg um und erinnerten auf originelle, breitenwirksame und von jedermann erlebbare Weise an die Zeit von der Grundsteinlegung bis zur Weihe des Merseburger Doms vor 1000 Jahren.
Einen besonderen Raum nahmen bei „Thietmars Flussreise“ die Einbettung von Bauwerken der „Straße der Romanik“ ein. Vor den Portalen der Klöster oder Kirchenbauten sahen die Bürger, angereisten Gäste oder Kirchengemeinden kurzweilige und eindrucksvolle Aufführungen, in denen die romanischen Mauern nicht nur sakrale Kulisse darstellten, sondern zum steinernen Zeugen der vermittelten Regionalgeschichte wurden. Mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten von Kirchenkonzerten bis zum Heimatfest mit Volksfestcharakter wurden auf den 7 Reisen ungefähr 8000 Kultur- und Geschichtsinteressierte erreicht.

Der Förderverein Musikfreunde EULE-Orgel Zeitzer Dom e. V. wurde mit einer Silbermedaille für sein 10-jähriges ehrenamtliches Engagement bei der Organisation und Durchführung von Orgelkonzerten.
Mit der Aufnahme des Zeitzer Domes 2017 als 32. Station in die „Straße der Musik“ ist eine Anerkennung der Leistung des Vereins und eine Erhöhung der Attraktivität des Domes zu verzeichnen. Seit Gründung des „Fördervereins Musikfreunde EULE-Orgel Zeitzer Dom e. V.“ im April 2012 werden in jedem Jahr durch ihn Orgelkonzerte veranstaltet und bekannte Jubiläen aufgegriffen sowie musikalisch umrahmt, wie zum Beispiel „25 Jahre Straße der Romanik“ (2018), „15 Jahre Schlosspark Moritzburg Zeitz“ und „400 Jahre Herzog Moritz“ (2019) oder die Würdigung des Instruments des Jahres 2021 „Die Orgel“ sowie den Beginn des Festprogramms zum 350. Todestag Heinrich Schütz (2021).
Auch das jährlich stattfindende Heinrich-Schütz-Musikfest wird in enger Abstimmung mit den Veranstaltern und dem Förderverein geplant und in Kooperation durchgeführt. Der gemeinnützige Verein ist bestrebt, dieses geschichtsträchtige Musikinstrument in der Stadt Zeitz mit Hilfe von viel ehrenamtlichem Engagement zu erhalten. Trotz der andauernden Pandemie arbeitete / arbeitet das Team um Frau Hartmann voller Eifer an einem Programm rund um den 350. Todestag Heinrich-Schütz‘, welchem von Oktober 2021 bis zum November 2022 in einem Festjahr gedacht wird und gleichzeitig dem 10-jährigen Bestehen des Fördervereins gewidmet ist.

Bärbel Schön konnte sich über einen Sonderpreis freuen - für ihr langjähriges, unermüdliches Wirken und Engagement um die "Straße der Romanik".
Die Liste der Aktivtäten und Projekte ist lang. Zuerst sei hier die jährliche Verleihung des Romanikpreises, der seinerzeit vom FDP-Landesverband Sachsen-Anhalt 1995 gestiftet wurde, genannt. Frau Schön initiierte zusätzlich die Auslobung eines Sonderpreises durch das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit unserem heutigen Ministerpräsiden. Die Förderung und Ehrung des Ehrenamtes waren ihr immer wichtig, werden doch über die Hälfte der Bauwerke ehrenamtlich betreut.
Im Kultur- und Konzertbereich wurden z. B. der Romaniktag und die Festivalkooperation „Unter großen Bögen“ entwickelt und bis heute umgesetzt. Es entstanden Fotoausstellungen mit dem Fotoclub Magdeburg 07, ein Miniaturen-Projekt mit der Oskar-Kämmer-Schule und aus einem Kunstwettbewerb unter Schirmherrschaft des damaligen Kultusministers entstand im Jahr 2003 eine Wanderausstellung für 10 Stationen der „Straße der Romanik“.
Bärbel Schön hat an verschiedenen Landesausstellungen und Sonderschauen mitgewirkt und die "Straße der Romanik" zu besonderen Jubiläen mit Festakten gewürdigt, auch um zu zeigen, wie sehenswert die Tourismusroute ist.
Für die kleinen Gäste wurde ein Schulprojekt mit Lehrerfortbildungskursen, der Erarbeitung von altersdifferenzierten Bausteinangeboten, der „Spielstraße der Romanik“, in Kooperation mit dem Deutschen Jugendherbergswerk und der AQB (2001-2005) und der Entwicklung von Spezialangeboten mit und für geistig behinderte Kinder umgesetzt.


Zum 15. Mal wird durch das Wirtschaftsministerium ein Sonderpreis, der kommunales Engagement zur touristischen Aufwertung der „Straße der Romanik“ honoriert, vergeben.
Das Prignitz-Museum am Dom Havelberg im Landkreis Stendal erhielt für sein Projekt „Multimedia-Einsatz zur Optimierung der musealen Präsentation und Geschichtsvermittlung“ den „Straße der Romanik“ – Sonderpreis 2022 des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt.
Anlass für das Projekt war 2018 die Fertigstellung der Sanierung des Westflügels der Domklosteranlage und die damit verbundene Neugestaltung der Dauerausstellung „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ zur Geschichte der Regionen Altmark, Prignitz und Havelland. Der Einsatz von Multimedia mit digitalisierten Archivalien aus den Sammlungen des Museums sollte die Neugestaltung der Dauerausstellung erweitern und die präsentierten Exponate und Inhalt erlebbar machen. Das Prignitz-Museum möchte mit der Umsetzung des Digitalisierungskonzeptes und mit der damit verbundenen Modernisierung eine Attraktivitätssteigerung erreichen und die historische Vermittlung erlebbar machen. Ziel ist, das Interesse möglichst vieler Zielgruppen zu wecken. Mit den neuen Angeboten soll die touristische und wirtschaftliche Entwicklung Havelbergs als Knotenpunkt verschiedener Reiserouten, wie der „Straße der Romanik“ oder der europäischen TRANSROMANICA, nachhaltig gefördert werden. Zudem soll das Prignitz-Museum als außerschulische Bildungseinrichtung weiterentwickelt werden.


In 2022 wurde die Romanikpreisverleihung erstmalig um zwei weitere Preise erweitert - den 10. Romanikforschungspreis und den ersten internationalen TRANSROMANICA-Preis. Ausgezeichnet wurden Alexandra Sotirakis für ihre Dissertation "Gewölbte Chorräume der europäischen Romanik: Formen und Funktionen" sowie das Projekt "Heritage Carers" (Kulturerbepfleger) des Mitgliedes im TRANSROMANICA-Verein Rota do Românico in Portugal.

© Ilka Keffel E-Mail

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